Bei Anruf Glück

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Donnerstag, 15. September 2011 - 19:48 (ingesamt 797, heute 6 mal gelesen)
von Happy Journalist (Autor seit 2 Jahre 3 Wochen)
Life in the Past
Life in the Past (Source: Trevor on Flickr)

467

Irre Zahl, oder?

Ich habe 467 Kontakte in meinem Telefonbuch. Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Leute kenne....

Und was sind das überhaupt für Leute? Doch eigentlich nicht alles Freunde, oder?

Zeit, mir meine Nummern mal genauer anzusehen! Da wären die normalen Familiennummern, die wohl jeder hat:

Mama. Sie wird in regelmäßigen Abständen über das eigene Leben informiert und findet das mal gut und mal einfach nur zum Meckern. "JA, ich habe gesund gegessen, JA ich habe heute Sport gemacht, NEIN, ich habe Tante Inge nicht zum Geburtstag angerufen." So oder so ähnlich drei bis viermal die Woche....

Papa. Seit sie beide ein Handy haben, muss ich immer tunlichst beide über die Ups and Downs in meinem Leben informieren. Das war früher auch einfacher. Da hat die Mama einfach alles weiter gereicht - auch wenn es nicht immer wahrheitsgetreu bei Papa ankam. Heute ist er beleidigt, wenn ich Mama zuerst anrufe. 

Oma. Ja, die Oma. Sie versteht nicht wirklich, warum ich gleichzeitig in der U-Bahn sitzen UND telefonieren kann. Aber einmal in der Woche erkläre ich ihr das gerne.

Anna. Eine meiner ältesten und besten Freundinnen. Eine Sandkasten-Bindung, die selbst den größten Sturm erträgt. Aber wann habe ich sie das letzte Mal gesprochen?

Christiane. Mit ihr habe ich mein Studium gemeistert, für Klausuren gebüffelt und abends richtig schön gefeiert. Was macht sie heute so?

Diana. Sie hat mir bei meinem ersten Job gegenüber gesessen - und sehr oft geholfen. Ich habe mich in ihrer Nähe immer sehr wohl gefühlt. Wie wird es ihr wohl gehen?

Warum rufe ich sie eigentlich nicht öfters mal an. Ich habe ein Handy, ich fahre jeden Tag eine Stunde S- und U-Bahn und mir liegt etwas an diesen Freundschaften....

Warum warten, bis morgen? Ich mache es gleich. Es geht los bei A wie Anna. Sie freut sich riesig. In jedem ihrer Sätze ist zu merken, dass sie unser Gespräch genießt. Wir plaudern über alte Zeiten - und fühlen uns dabei phantastisch. Es ist so viel Schönes passiert! Endlich haben wir wieder Anteil am Leben des Anderen. Es ist wie früher, obwohl wir so lange nichts mehr voneinander gehört haben. Ab jetzt telefonieren wir wieder regelmäßig, versprochen!

Ich merke, wie gut mir das tat, dass mir die alten Freunde viel mehr geben, als die vielen neuen Bekannschaften und ich beschließe: Jede Woche einen Anruf bei einem alten Freund/ einer alten Freundin.

Sie werden sich darüber genauso freuen wie ich. Das weiß ich einfach......